Lederpflege – so Glänzt dein Sattelzeug

Der Sattel ist eine teure Anschaffung und je besser man ihn über die Jahre pflegt, umso länger hält er. Außerdem trifft es zu, dass nicht nur ein gepflegtes Pferd Eindruck macht, sondern auch gepflegtes Zaumzeug und natürlich eure Stiefel. Auf euren Wunsch hin lege ich in diesem Artikel einmal ausführlicher das Augenmerk auf die Lederpflege.

Mir wurden ein paar Fragen zur Anwendung gestellt, wie z.B. „Muss ich eine bestimmte Reihenfolge bei der Anwendung der drei Produkte beachten?“ Die Antwort ist: Nein. Es gibt keine feste Reihenfolge, die beachtet werden muss. Entscheidend ist vielmehr der Zustand des Leders. Den muss man einschätzen und dann zum Produkt greifen, das für euch passt.

Unser Lederpflege Set besteht aus sahnig-cremiger Sattelseife, LederReiniger mit Zitrone und LederÖl mit echtem Olivenöl, und war im vergangenen Jahr ein Bestseller. Dank euch! An dieser Stelle verrate ich euch wie ich die Produkte anwende, und ihr werdet feststellen, dass das Ganze keine Hexerei ist und ihr ganz leicht ein schönes Ergebnis erzielen könnt.

Ein Beispiel: mein Sattel hängt im Winter in einem beheizten Raum und sah gestern etwas müde aus. Er war nicht eingestaubt, auch nicht trocken, doch das Leder hatte keinen Glanz mehr. Da entschied ich mich für den LederReiniger mit Zitrone. Mit einem leicht feuchten Schwamm verteilte ich etwas Reiniger über dem Sattel. Dabei ist es egal, ob man den Schwamm ansprüht oder direkt den Sattel, verteilen muss man es doch. Und nun sah mein 11-jähriger Sattel so aus:

Für mich ist dieser Glanz ausreichend. Ein oder zwei Tage später kann man den Glanz mit etwas Sattelseife unterstützen, oder eben mehr Feuchtigkeit und Pflege durch das Auftragen des LederÖls hinzufügen.

Vielleicht mögt ihr euer Leder ja etwas feuchter und elastischer? Eine meiner früheren Reitlehrerinnen hat neue Trensen erst einmal über Nacht in LederÖl eingelegt, bevor sie benutzt wurden. Das Leder wird dann etwas gummiartig. Ihre Trensen waren niemals zu trocken, und das Leder wurde nicht brüchig. Kam man beim Ausreiten in den Regen, so machte das dem Leder überhaupt nichts aus.

Aber nicht jeder möchte sein Lederzeug durchtränkt von LederÖl verwenden. Ich zum Beispiel mag das Leder lieber etwas trockener und fester. So verwende ich die Produkte für den Sattel lieber sparsamer und seltener. Mein Sattel ist auch selten wirklich schmutzig, nur wenn hinter anderen hergaloppiere und mir bei matschigen Verhältnissen der Schmutz um die Ohren fliegt, dann kriegt in seltenen Fällen auch mal der Sattel etwas ab.

Deutlich öfter haben die Stiefel und die Trense eine Reingung nötig; eigentlich kann man sie nach jedem Gebrauch säubern (jedenfalls bei mir ist das so). Hier nehme ich ebenfalls den LederReiniger fürs tägliche Putzen, die Sattelseife ca. einmal pro Woche. Und das LederÖl wird dann eingesetzt, wenn es um durchdringende Feuchtigkeit geht, nach einem Ausritt im Regen oder ähnlichem. Einfach das Leder anschauen, und wenn es zu trocken für deinen Geschmack ist, etwas LederÖl auftragen und möglichst lange einziehen lassen. Man stellt fest, dass es unterschiedlich ins Leder eindringt bzw. aufgesaugt wird. Das liegt an den unterschiedlichen Lederarten wie man sieht:

unterschiedliches Leder bei Stiefeln

Diese Stiefel sind alle mit unserer Sattelseife behandelt worden, der Glanz kommt unterschiedlich raus, am wenigsten bei den Winterreitstiefel, die kein normales Glattleder aufweisen. Dieses Leder gleicht schon fast Rauleder, und ist deshalb immer matt. Den schönsten Glanz haben meine teuren Reitstiefel mit dem besten Leder, die beiden Paare außen sind meine preisgünstigen Exemplare, die ich täglich trage.

Achte darauf, dass dein Schwamm sauber und nur leicht feucht ist, wenn du dein Leder reinigst. Die Sattelseife wird unter Umständen komplett vom Sattel aufgesogen, dann benötigte dein Leder dringen etwas Pflege. Bleibt etwas Seife an der Oberfläche, so wische einfach mit einem sauberen Baumwolltuch nach. Fertig!

Für stark vernachlässigtes Leder, das total verschimmelt ist, verwende zunächst den LederReiniger mit Zitrone und danach die sahnig-cremige Sattelseife. In diesem Fall kannst du beide Produkte großzügig verwenden. Du hast dein Leder in wenigen Minuten komplett restauriert und wiederhergestellt, versprochen. Die Sattelseife enthält übrigens alle Komponenten des LederReinigers zum Aufsprühen. Wenn du die beiden Produkte hintereinander verwendest, dann haben Schimmel und Trockenheit keine Chance mehr.

Ach so, wenn ihr noch Fragen habt, schreibt mir gerne. Ich wünsche euch viel Spaß bei der Lederpflege und freue mich über Fotos, Kommentare und Erfolgsmeldungen!

Und hier kommen schon die ersten vorher / nachher – Fotos:


Problem: Wenn deine Stiefel so aussehen…..

Problem: deine Stiefel sehen nach dem Putzen matt und glanzlos.

Was ist schief gegangen? Nun, manchmal hat man wenig Zeit und möchte schnell die Stiefel putzen. So wie ich heute. Eigentlich bekomme ich sonst einen tollen Glanz, doch heute nicht. Was war anders? Der Schwamm war einfach zu nass und ich habe mir absolut keine Zeit genommen. So kommt das Ergebnis auf dem obigen Foto zustande. Die Sattelseife muss einmassiert werden, ohne Wasser, oder nur mit ganz wenig.

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